Unsere Suche nach dem bewussteren Lebensstil

Unsere Suche nach dem bewussteren Lebensstil

Wir sitzen auf unserem Sofa in Düsseldorf und beobachten die Menschen, die an unserem Fenster vorbei schlendern. Das geht vom Sofa aus besonders gut, denn wir wohnen im Erdgeschoss, und haben den Luxus von bodentiefen Fenstern. Einen Hauch von Luxus tragen auch die jungen und junggebliebenen Düsseldorfer, die auf unserer Straße flanieren. Natürlich wissen sie nicht, dass wir sie beobachten. Und sie ahnen auch nicht, dass wir uns fragen, ob sie wohl glücklich sind.
 
Für uns persönlich ist diese Frage aktueller denn je. Denn wir sind auf der Suche nach einem bewussteren Lebenskonzept, das zu uns, als Familie, passt. Das Stadtleben hat seinen Charme, keine Frage. Aber so richtig reinpassen tun wir nicht: In die Welt der Reichen und Schönen, die gerne sehen und gesehen werden, und dafür ihr hart verdientes Geld in teuere Designerkleider stecken.
Mein Mann Philipp ist sowieso nie so gewesen: Er kann eine Luis Vuitton Tasche wohl kaum von einer Desigual Bag unterscheiden. Aber ich habe mich ein bisschen an den Lebensstil gewöhnt. Mein letzter Job war Projektmanagement in einer Stiftung, in der es darum ging, armen Menschen weltweit aus der Hungersnot zu verhelfen, indem wir ihre Bildung verbesserten. Wir bauten Schulen und boten Kleinkredite, Unternehmenshilfe und Trainings an. Geleitet wurde die Stiftung von einer First Lady, einer besonderen Frau, die auch zu der Welt der Reichen und Schönen gehörte – ein bisschen färbte das auf mich ab.
 
Seitdem wir ein Kind haben, ist Geld immer noch Thema – aber anders! Wenn es vorher darum ging, sich das eigene Leben schöner zu machen, wird es nun zum Zukunftsthema: Müssen wir eigentlich für die Uni jetzt schon sparen? Und was wollen wir eines Tages vererben?
 

Wir könnten in akuten Stress verfallen, denn so richtig viel angespart haben wir nicht. Und am Ende des Monats sind immer noch mehr Tage als Euro übrig. Es ist an der Zeit etwas zu ändern – aber was? Das Kind in die Betreuung geben und mehr arbeiten? Das möchten wir nicht, wir wollen die Kleinkindertage genießen. Uns ist klar, dass nicht alle Eltern diesen Luxus haben, dass nur ein Elternteil arbeiten gehen muss. Ich habe aber die Wahl – und entscheide mich gegen eine neue Anstellung.

  

Die Düsseldorfer flanieren im Sonnenschein an uns vorbei, und wir unterhalten uns über das, was uns sonst noch wichtig ist, während der Sohnemann einen Mittagsschlaf hält. Wir wünschen uns einen Alltag, der nicht fremdbestimmt ist, nicht geprägt von einer Abfolge stressiger Momente, sondern ein Familienleben, das natürlich, abenteuerlich und liebevoll ist. „Natürlich” bedeutet in dem Fall wohl auch, dass wir gerne aufs Land möchten. Das ist ja auch gar nicht so ungewöhnlich, wenn man Kinder bekommt. Wir kennen viele Familien, die nach einem Häuschen im Grünen Ausschau halten. In dem Moment, wo wir beginnen vom eigenen Garten zu träumen, knallt in der Einfahrt neben uns eine LKW-Fahrertür, und wir sehen uns genervt an: Das geht gefühlt alle 5 Minuten so, und das ist einer der Gründe, warum wir weg wollen! Müssen die Nachbarn eigentlich so viel kaufen, dass der Paketdienst hier Dauergast ist? Dieser Gedanke ist natürlich übertrieben und entsteht aus der Wut heraus.
 
Trotzdem sind wir damit gleich beim nächsten Thema: Uns ist wichtig, unserem Nachwuchs beizubringen, ein verantwortungsvolles Leben zu führen – und dazu gehört auch ein bewusster Lebensstil, und Kaufstil! Am Ende des Tages wollen wir sagen können: Dafür hat es sich gelohnt heute aufzustehen. Das was wir gemacht haben, hat unseren Herzen, und der Welt gut getan. Konsum gehört auf jeden Fall nicht zu den Dingen, die uns persönlich und der Welt guttun. Wenn wir es also schaffen können, unsere eigene Prägung umzuschreiben, dann können wir unseren Kindern auch mitgeben, wie man bewusst genießen (und kaufen) kann.
 
Der LKW-Fahrer knallt die Tür zu und startet den Motor. „Bis morgen!”, rufe ich, auch wenn er mich nicht hören kann. Der Sohn ist wach. „Vielleicht sollten wir doch was eigenes machen – was nachhaltiges!”, sage ich, bevor ich ins Schlafzimmer abtauche, um unser Kind zu begrüßen.
 
Was aus dieser Unterhaltung wird, erfahrt ihr demnächst hier auf dem Blog.
 
Wir hoffen, dass ihr bis dahin Freude an unserem Shop habt, und gerne wieder kommt.
Wenn ihr auch auf der Reise zu einem bewussteren Lebensstil seid, hinterlasst uns doch gerne einen Kommentar, wie ihr das macht. Schreibt uns auch gerne eine Email oder noch besser, einen Brief.